politische inszenierungen sind meist nahezu peinlich banal. letztlich sind sie nicht mehr als politische symbolik weitab von jeglichen (erleb- und spürbaren) realitäten. oft dienen sie vordergründig (partei-)politischer identitäts- bzw wählerbindung. dies kann mensch bedauern oder (auch) verurteilen, ist aber andererseits politisches (tages-)geschäft.
wenn nun der arme amadeus (gott hab' ihn selig) zur (selbst-)inszenierung des
österreichischen bundeskanzlers und derzeitigen eu-ratsvorsitzenden sowie zur identitätsfindung eines europa der märkte ge-(miß-)braucht wird um eine eu der (gemeinsamen) kultur(en) zu symbolisieren, so zeigt sich damit einmal mehr der (falsche) schein europäischer politik. einer (menschenverachtenden neo-liberalen) politik, die schon längst den bezug zu den menschen verloren hat.
nur wachstum, beschäftigung und der aus- (und in den neuen mitgliedsländern auf-) bau sozialer standards schaffen jene, sich modellhaft von anderen regionen der welt abgrenzende, kollektive identität, die geneigt ist das europäische friedensprojekt als dauerhaftes zu etablieren.
ob mozart - wie der ratsvorsitzende meint - dazu inspiriert erscheint fraglich. das schüsselige mozarteum in salzburg ist wohl nichts anderes als eine perpetuierung des eu-theaters als operette. nur: mozart schrieb keine operetten. blöd, aber egal...